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Falls wer zur EM fährt. Oder hoppen will. Oder nächste Saison europäisch spielt.

Wir sind ja nicht so die Länderspielfahrer, haben aber mit Freuden den EM-Reiseführer Polen und Ukraine gelesen. Einige interessante Dinge stehen da geschrieben, die mit Sicherheit auch Hoppern und Europapokalreisenden eine gute Hilfe sein dürften. Daher mal hier eine kleine Rezension:

Der Reiseführer Euro Polen Ukraine
Jacek Wicon & Peder Heins
204 Seiten
12,90 Euro
Trolsen communicate ! www.trolsen.de
ISBN 978-3-9814019-6-7

Die EM seht vor der Tür und schon werfen alle großen Verlage auf Fußball gemachte Standardreiseführer auf den Markt. Gut, dass es noch andere gibt, die sich tatsächlich mit Fußball und der Fanszene auskennen und wissen, worauf es auswärts ankommt. Der Reiseführer zur Euro von Trolsen ist maßgeschneidert für Leute, die kein VIP-Paket kaufen können oder möchten, sondern die EM auf eigenen Wegen erleben wollen. Zwei Insider, die selber viel mit ihren Klubs unterwegs sind, schreiben jeweils über das Land, die Gepflogenheiten der Menschen und vor allem der Fußball-Fans aller Couleur. Neben der Vorstellung der Spielorte mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und kurzem Geschichtsabriss, finden sich vor allem eine Auswahl an Anreisemöglichkeiten, die Wege zu den Stadien, Tipps zur landestypischen Küche und Getränken sowie preiswerte Unterkünfte, Lokale, Pubs und Clubs. Dazu Empfehlungen welche Ecken und Seitenstraßen man besser vermeiden oder was man nicht unbedingt probieren sollte. Ergänzt wird dies durch übersichtliche Stadt- und Metropläne, besonders gut sind die kurzen polnischen und ukrainischen Sprachführer mit den wichtigsten Ausdrücken für nahezu alle reise- und fußballrelevanten Situationen. Ein low budget-Führer, der speziell auf die Bedürfnisse von Fußball-Fans abgestimmt ist. Und so gut, dass sogar die Marketingabteilung des DFB diesen Reiseführer als give away für Sponsoren erwerben wollte. Dankenswerterweise hat Henning das aber abgelehnt und so muss man sich die Clubs und Kneipen aus diesem Buch wohl nicht mit in Deutschlandfarben geschminkten und karnevalesk gekleideten VIP-, Incentive-, Corporate Sponsor- und Event-Fans teilen. Ein Grund mehr dieses hervorragende Buch zu kaufen. Ein toller Reiseführer, kommt ins Handgepäck, ist aber auch zu empfehlen für Leute, die die EM vor dem Fernseher verfolgen. Mit diesem Buch ist man dann zwar auch nicht mittendrin, aber versteht mehr von den gastgebenden Ländern und ihrer Fußballszene, ist also auf jeden Fall etwas mehr dabei.

Schon wieder neue Zähne

Wenn das mal keine Meldung wert ist. Am Freitag erscheint bei Fidel Bastro die Superpunk/Boy Division Split 7″ mit einem schönen Fußicover vom HSV drauf und guter Musik innen drin. Das sagt jedenfalls der dicke Fidel. Titel des Ganzen: “Neue Zähne für meinen Bruder und mich”. Wenn das mal nicht thematisch zum letzten Blogeintrag passt. Und da beide Combos ganz cool sind und man es selten hat, dass coole Bands sich wider den Rat ihres Managements zum HSV bekennen, wird das hier auch mal lobend erwähnt. Schade, dass ich keinen Plattenspieler mehr habe… Das Ganze hört sich dann in etwa so an:

Wie passend…

Einfach immer wieder schön…

Nur ein einziges Mal…

… aber auch echt nur dieses einzige Mal lohnt es sich, dem Marketingkonstrukt vom Pesthof die Daumen zu drücken, denn die Braunhemden ziehen vor Gericht, um sich gegen ein Gästefanverbot durch die Hamburger Polizei beim Spiel gegen Rostock zu wehren. Das hat man sich nämlich in den Büros von Alsterdorf so ausgedacht. Kämen sie damit durch (also jetzt die Cops), dann könnte es ein Präzedenzfall mit Signalwirkung für ganz Deutschland sein und der Türöffner für willkürliche Fahrverbote wie zum Beispiel in Griechenland. Da das außer den Kalkbirnen in den Amtsstuben aber keiner wollen kann, gilt unsere Solidarität in diesem Fall ausnahmsweise mal dem ermüdend anderen Verein.

Anlassbezogene Unterhaltung:

Fundstück der Woche

Als der gute alte Fidel Bastro schrieb, er habe “was schönes altes” gefunden, wurde ich natürlich neugierig. In der Tat hatte der große dicke Mann des HSV-Eishockey nicht gelogen und faxte den Brief des HSV für die Dauerkartenbestellung 1987/88 rüber. Von den drei Seiten hab ich jetzt mal nur eine gescannt, dafür aber die beste (auch, wenn der Reim auf Seite 1, “Mein Papi ist ein Schlauer. Er hat ‘nen Platz auf Dauer”, das Zeug zum Kultspruch hat), wie ich finde. Wer sich nämlich in Erinnerung ruft, wie die besagte Saison ablief und den sportlichen Niedergang einläutete, der wird nach dem Schauer, der über den Rücken läuft, auf jeden Fall schmunzeln können über die Ambitionen. Aber seht selbst:

Und noch einen, um beschwingt ins Wochenende zu kommen:

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