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Hurra, wir leben noch!

Ob es nun an der Saure-Gurken-Zeit liegt oder daran, dass zwei Jahre nach dem Abgang beim Hamburger SV die Lebensgeister des Käpt’n wieder zurück sind, soll an dieser Stelle mal dahingestellt sein. Fakt ist, dass es mittlerweile mit dem HFC Falke wieder einen guten Grund gibt, unsere kleine Infotainment-Seite zu neuem Leben zu erwecken. Wann immer es uns daher in den Fingern juckt, werden wir also wieder in die Tasten hauen und unseren Sermon für die Nachwelt absondern. Fußballdrumherum, insbesondere der Weg der Falken im Hamburger Amateurfußball, soll zukünftig diesen Blog mit Leben füllen und nicht mehr die leidige Vereinspolitik. Beim Klabautermann!

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Man fasst es nicht…

… eineinhalb Jahre hat der Käpt’n die Klappe gehalten, ok, es war ja auch langweilig, sich ständig nur über die Anhängerschaft des Stadtteilvereins lustig zu machen. Irgendwie ist der Blog dann auch in Vergessenheit geraten, man hat ja auch nebenbei noch ein Leben. Liebe, Lust und Leidenschaft, die Kumpels in der Kneipe und regelmäßige Reisen durch die Lande füllen eben aus. Kurzum, das Leben war eigentlich ganz schön.

Ach ja… vielleicht noch eine Sache: Ich befürworte eine Veränderung innerhalb der Vereinsstrukturen, war 2005 gegen eine Ausgliederung und bin es heute. Einen Anteilsverkauf lehne ich kategorisch ab. Ich bin also parteiisch. Allerdings bin ich nicht derart verbissen, dass ich mich dazu hätte hinreißen lassen, ab Sommer 2013 Wahlkampf zu betreiben. Und schon gar keinen, der in meinen Augen moralisch bedenklich, wenn nicht sogar inakzeptabel, war. Dies ist meine Abrechnung des letzten halben Jahres. Du möchtest nicht weiterlesen? Dann klicke bitte hier

Denn es war vor etwa einem halben Jahr, Sommer 2013, als Ernst-Otto Rieckhoff mal wieder die Ausgliederungspläne aus der Schublade kramen musste. Mal wieder? ganz recht! Das, wogegen wir bereits 2005 leidenschaftlich zu Felde gezogen waren, hatte der ehemalige AR-Chef und Schatzmeister des HSV (Kleiner Tipp an alle Rätselfreunde: Checkt doch mal, wann er letzteren Posten inne hatte und wie wir damals finanziell gebettet waren) entstaubt. Zumindest präsentierte er keine neuen Ideen, denn sein Ausgliederungskonzept ist im Grunde das gleiche wie das des damaligen VV Bernd Hoffmann, allerdings noch weitergehender. Denn Hoffmann (oh, mein Gott, ich sage jetzt etwas Gutes über diesen Mann) wollte immerhin den Mitgliedern ein Mitspracherecht bei einem möglichen Anteilsverkauf der dann ausgegliederten Profiabteilung einräumen. Ernst-Otto hingegen will die Mitgliedschaft nicht hören. Zumindest nicht, bis er ein Viertel des Vereins an das große Fragezeichen vertickt hat. Großes Fragezeichen deshalb, weil er keine Interessenten nennen kann. Im Übrigen ist das wie bei allen offenen Fragen an ihn: konkrete Antworten gibt es nicht, aber die nach Erfolg dürstende Mitgliedschaft wird’s schon schlucken, denn sie will es einfach.

Doch beenden wir den kleinen Exkurs und kehren zurück zur Timeline: Relativ schnell gab es dann Alternativkonzepte, die eines gemein hatten – einen Anteilsverkauf sollte es nicht geben. Es war also mal wieder Wahlkampf beim HSV und während Ernst-Otto und seine Mitstreiter (waren erstmal auch janz jeheim, durfte keena wissn), die sich unter dem verheißungsvollen Namen „HSVplus – Aufstellen für Europa“ zusammengefunden hatten, eine Marketingsagentur engagierten, die sich sich stante pede daran machte, die Öffentlichkeit mit „Informationen“ zu versorgen, fand der Rest mehr oder weniger nicht in den tagesaktuellen Medien statt, wohl mangels professioneller Unterstützung einer anderen Marketingagentur. Zugegebenermaßen sollte das Abendblatt hier nicht als Ausnahme verschwiegen werden. Zwar gefiel mir da nun auch nicht jeder Artikel, aber immerhin gab man auch den Befürwortern anderer Ideen die Möglichkeit sich zu äußern. Hat eigentlich jemand mal den Vortrag von Andrej Reisin zum Thema „Sogenannter Journalismus“ gesehen/gehört? Sollte man vielleicht auch mal die Hamburger Medienvertreter hinschicken. Um daran anzuknüpfen: es gibt Journalismus wie er sein sollte und Journalismus wie er leider ist. Drei Mal dürft Ihr raten, in welche Kategorie die Berichterstattung zur Ausgliederungsdebatte fiel…

Dazu kam dann noch eine Fülle von Blogs, die sich mit dem Thema beschäftigte. Der Gipfel, was die Diffamierung und Herabwürdigung einzelner Personen und ganzer Gruppen angeht, war und ist ein gewisser „Gravesen“, den ich hoffentlich niemals kennen lernen werde. Und dann war da noch der kurz vor seiner Pension stehende bzw. mittlerweile im Ruhestand befindliche Dieter Matz, der für das Abendblatt seine langjährige HSV-Erfahrung in fast tägliche ähmmmm… nennen wir es mal Ansichten einfließen lässt. Dazu noch sein Sidekick Marcus „Scholle“ Scholz sowie Lars Pegelow. Während letzterer wenigstens noch halbwegs Neutralität bewahrte, konnte man das von den „Blog-Vätern“ leider nicht behaupten. Aber watt willse auch erwarten, wenn du beim Training täglich von einem eigenen Fanclub belabert wirst, der dir auch noch irgendwelche Gerüchte erzählt und Dir das Gefühl gibt, ein Medienstar zu sein? Beispiel gefällig? Da wäre die bei Matz ab! verbreitete Geschichte eines kleinen Kindes, dem der HSVplus-Schal angeblich unter Gewaltanwendung entwendet wurde. Natürlich vom OFC Not for Sale. Einen Beweis ist man bis heute schuldig, aber Hauptsache das Gerücht ist erst mal in der Welt. Wir alle wissen ja, dass sich derartige Storys dann mit der Zeit eh verselbständigen.

Also war ordentlich Feuer drin in der ganzen Nummer und mittlerweile hatten sich auch nach und nach die „Unterstützer“ von Ernst-Otto aufgestellt. Surprise, surprise! Unter ihnen auch der bereits 2005 für Bernd Hoffmann aktive Dr. Wolfgang Klein, der eine astreine Retroshow von damals hinlegte und mit den gleichen Scheinargumenten als auch mit recht fragwürdigen Äußerungen zu den „Gegnern“ (eigentlich eine Schande im vereinsinternen Kontext dieses Wort gebrauchen zu müssen) die Öffentlichkeit beglückte. Außerdem die „83er“, die das gemeine Mitglied von der Notwendigkeit einer Ausgliederung mit Anteilsverkauf überzeugen sollten. Unter anderem war auch Thomas von Heesen dabei und tourte mit Ernst-Otto (der irgendwann fallen ließ TvH solle das Ganze auf den Rasen bringen) durch die Lande. Darauf freue ich persönlich mich jetzt schon ganz besonders, den ein Mann, der in Fürth, Bielefeld, Limassol und Kapfenberg eher mittelmäßig erfolgreich war, der wird auf jeden Fall den HSV zurück zu 83er-Zeiten führen. Über die „leidenschaftlichen HSVer“ hüllen wir mal den Mantel des Schweigens. Irgendwie ist es schließlich sowieso absurd, dass sich dieses Attribut lediglich drei von 13 Unterstützern ans Revers heften.

Der große Showdown stand also am 19. Januar an: die Mitgliederversammlung. Hier wurde ja bereits ausführlich darüber berichtet, weshalb ich mir weitere Details erspare. Nur so viel dann noch von dieser Stelle: erstaunlich, dass diejenigen, die ja eigentlich für eine andere STRUKTUR hätten argumentieren müssen, in den meisten Fällen lediglich die Chance nutzten, einmal (mehr) die HANDELNDEN PERSONEN zu kritisieren und damit im Grunde genommen dem „Gegner“ von HSV-Reform zuzustimmen, dessen Argumente eben genau dahin gingen, dass es an den Personen am Steuer des Vereins liegt und nicht etwa an seiner Rechtsform. Absolut schizophren auch irgendwie, dass man Ernst-Otto am Ende die Entlastung für das letzte Geschäftsjahr verweigerte. So kann man natürlich seine Galionsfigur auch demontieren. Aber vielleicht lag es ja auch nur daran, dem aktuellen Aufsichtsrat einen für den bisherigen Verlauf der aktuellen Saison reinzudrücken?

Ebenfalls nicht entlastet wurde ja auch Herr Professor Debatin, dem man kurz zuvor noch wegen seines Fernwahlbeitrages (und der wohl großartigesten Wutrede seit HSVplus-Unterstützer Thomas Doll) zujubelte. Am Ende wurde die Fernwahl zweimal (erneut) abgelehnt. Aber machen wir uns nichts vor: Irgendjemand wird sich schon finden, der diesen Antrag erneut stellen und hoffentlich damit scheitern wird. Denn Debatin offenbarte eigentlich nur, was viele bereits geahnt hatten: die Fernwahl sollte durchgewunken werden, damit HSVplus durchkommt (nee, er war natürlich nicht so blöd, das so zu sagen, sondern formulierte es in etwa so: damit alle Mitglieder darüber abstimmen können). Er ist nämlich schließlich auch kein Doofie und weiß, dass man den meisten Mitgliedern leider ein X für ein U vormachen kann. was er natürlich verschwieg, ist die Tatsache, dass die Fernwahl nach einem Durchkommen der Ausgliederung nicht viel mehr wert ist, als das Papier, auf dem sie dann in der neuen Satzung abgedruckt werden würde. Denn wen sollen wir denn noch wählen? Die wirklichen Entscheider jedenfalls nicht mehr. Eine Pervertierung des Systems also: mehr Demokratie, um selbige abzuschaffen. Wobei die Frage erlaubt sei, ob eine Mitgliedschaft, die das nicht versteht und sich einreden lässt, sie sei zu blöd einen Aufsichtsrat zu wählen, tatsächlich am Ende des Tages noch wählen oder das Ganze doch lieber denen überlassen sollte, die aus rein monetärem Interesse derartige Entscheidungen fällen.

Nun gut, die Show ist längst vorbei und erst mal war tatsächlich so ein wenig Ruhe im Karton – mit Ausnahme natürlich im SC-Forum, wo munter weiter gegen so ziemlich alles und jeden gepöbelt wurde. Würde es nicht so viel Zeit kosten, würde ich wohl eine Top 20 der größten Knalltüten samt ihrer jeweils besten drei Beiträge erstellen. Aber erstens habe ich die Zeit nicht und zweitens würde ich wohl dieser Tage aus dem Kopfschütteln nicht mehr herauskommen. Da begleichen ehemalige SC-AL-Kandidaten ihre vermeintlich offene Rechnung mit den „Autonomen Schwarzjacken“, weil diese einen anderen Kandidaten favorisierten und er deshalb seine Kandidatur zurückzog. Und da ruft einer derjenigen aus besagtem Forum zu mehr Gemeinsamkeit auf, die monatelang den vereinspolitischen Gegner gedisst hatten. Welch eine Heuchelei. Von den ganzen geschlossenen und gelöschten Threads irgendwelcher Profilneurotiker einmal ganz abgesehen, die in ihren Statements Beleidigungen und Diffamierungen gegen Vereinskameraden raushauen und sich dann auch noch „zensiert“ fühlen.

Ob dieser Verein zur Ruhe kommt, wird am Ende wieder einmal an der Szene liegen, die sich vielleicht in den Punkten Ausgliederung und Anteilsvergleich nicht einig ist, aber immerhin bezüglich der Tatsache, dass der HSV nicht absteigen darf. Heckenschützen und Miesmacher aus Foren, Blogs und sozialen Netzwerken, diese Typen, die das Maul nicht aufkriegen, wenn sie einem Aufsichtsrat oder einem Abteilungsleiter gegenüberstehen, schaden hingegen mehr, als dass sie helfen. Sie bringen täglich Unriúhe rein, durch den unqualifizierten Mist den sie schreiben und den irgendwelche Blitzbirnen weiterverbreiten.

Das kann jetzt einigen gefallen haben und anderen nicht. Es ist die traurige Realität dieses Vereins und seines Umfeldes. Und die wird sich nicht ändern, solange es Leute gibt, deren Interesse eher persönlichen Eitelkeiten, dem Rücktritt eines Aufsichtsrates oder dem Hass auf Einzelpersonen gilt. Ich halt‘ jetzt wieder die Klappe. Muss mich um den Nichtabstieg kümmern.

Ob natürlich oder chemisch…

Haha, das ist ja einfach nur noch schräg! Viel Spaß bei einer Lehrstunde in Sachen „Texte, die vor Pathos triefen“! Grandios!

Falls wer zur EM fährt. Oder hoppen will. Oder nächste Saison europäisch spielt.

Wir sind ja nicht so die Länderspielfahrer, haben aber mit Freuden den EM-Reiseführer Polen und Ukraine gelesen. Einige interessante Dinge stehen da geschrieben, die mit Sicherheit auch Hoppern und Europapokalreisenden eine gute Hilfe sein dürften. Daher mal hier eine kleine Rezension:

Der Reiseführer Euro Polen Ukraine
Jacek Wicon & Peder Heins
204 Seiten
12,90 Euro
Trolsen communicate ! http://www.trolsen.de
ISBN 978-3-9814019-6-7

Die EM seht vor der Tür und schon werfen alle großen Verlage auf Fußball gemachte Standardreiseführer auf den Markt. Gut, dass es noch andere gibt, die sich tatsächlich mit Fußball und der Fanszene auskennen und wissen, worauf es auswärts ankommt. Der Reiseführer zur Euro von Trolsen ist maßgeschneidert für Leute, die kein VIP-Paket kaufen können oder möchten, sondern die EM auf eigenen Wegen erleben wollen. Zwei Insider, die selber viel mit ihren Klubs unterwegs sind, schreiben jeweils über das Land, die Gepflogenheiten der Menschen und vor allem der Fußball-Fans aller Couleur. Neben der Vorstellung der Spielorte mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und kurzem Geschichtsabriss, finden sich vor allem eine Auswahl an Anreisemöglichkeiten, die Wege zu den Stadien, Tipps zur landestypischen Küche und Getränken sowie preiswerte Unterkünfte, Lokale, Pubs und Clubs. Dazu Empfehlungen welche Ecken und Seitenstraßen man besser vermeiden oder was man nicht unbedingt probieren sollte. Ergänzt wird dies durch übersichtliche Stadt- und Metropläne, besonders gut sind die kurzen polnischen und ukrainischen Sprachführer mit den wichtigsten Ausdrücken für nahezu alle reise- und fußballrelevanten Situationen. Ein low budget-Führer, der speziell auf die Bedürfnisse von Fußball-Fans abgestimmt ist. Und so gut, dass sogar die Marketingabteilung des DFB diesen Reiseführer als give away für Sponsoren erwerben wollte. Dankenswerterweise hat Henning das aber abgelehnt und so muss man sich die Clubs und Kneipen aus diesem Buch wohl nicht mit in Deutschlandfarben geschminkten und karnevalesk gekleideten VIP-, Incentive-, Corporate Sponsor- und Event-Fans teilen. Ein Grund mehr dieses hervorragende Buch zu kaufen. Ein toller Reiseführer, kommt ins Handgepäck, ist aber auch zu empfehlen für Leute, die die EM vor dem Fernseher verfolgen. Mit diesem Buch ist man dann zwar auch nicht mittendrin, aber versteht mehr von den gastgebenden Ländern und ihrer Fußballszene, ist also auf jeden Fall etwas mehr dabei.

Schon wieder neue Zähne

Wenn das mal keine Meldung wert ist. Am Freitag erscheint bei Fidel Bastro die Superpunk/Boy Division Split 7″ mit einem schönen Fußicover vom HSV drauf und guter Musik innen drin. Das sagt jedenfalls der dicke Fidel. Titel des Ganzen: „Neue Zähne für meinen Bruder und mich“. Wenn das mal nicht thematisch zum letzten Blogeintrag passt. Und da beide Combos ganz cool sind und man es selten hat, dass coole Bands sich wider den Rat ihres Managements zum HSV bekennen, wird das hier auch mal lobend erwähnt. Schade, dass ich keinen Plattenspieler mehr habe… Das Ganze hört sich dann in etwa so an:

Wie passend…

Einfach immer wieder schön…

Nur ein einziges Mal…

… aber auch echt nur dieses einzige Mal lohnt es sich, dem Marketingkonstrukt vom Pesthof die Daumen zu drücken, denn die Braunhemden ziehen vor Gericht, um sich gegen ein Gästefanverbot durch die Hamburger Polizei beim Spiel gegen Rostock zu wehren. Das hat man sich nämlich in den Büros von Alsterdorf so ausgedacht. Kämen sie damit durch (also jetzt die Cops), dann könnte es ein Präzedenzfall mit Signalwirkung für ganz Deutschland sein und der Türöffner für willkürliche Fahrverbote wie zum Beispiel in Griechenland. Da das außer den Kalkbirnen in den Amtsstuben aber keiner wollen kann, gilt unsere Solidarität in diesem Fall ausnahmsweise mal dem ermüdend anderen Verein.

Anlassbezogene Unterhaltung: